Fernabitur – mein Fazit

Ich habe diesen Beitrag lange geplant, aber ich muss zu meiner Schande gestehen dass ich nach den mündlichen Prüfungen froh war dass ich mit dem Abi erst mal nichts mehr zu tun hatte. Man merkt es sicher auch an der Zeit die ich gebraucht habe um die Berichte über die mündlichen Prüfungen zu schreiben. Momentan überlege ich ob ich ein Studienblog führen möchte, deshalb habe ich beschlossen erst einmal dieses hier würdig abzuschließen.

Als ich im Februar 2005 mit dem Fernabi angefangen habe hätte ich niemals gedacht auf was für eine Odyssee ich mich einlasse. Ich war schlecht vorbereitet und informiert, habe mich zu sehr auf Nebensächlichkeiten fokussiert anstatt auf die wichtigen Dinge zu achten. Wenn ich gewusst hätte was auf mich zukommt hätte ich das Fernabi wahrscheinlich nie angefangen. Jetzt liegt es hinter mir und es gibt gefühlt eine Millionen Tipps die ich mir gerne am Anfang gegeben hätte. Wie z.B. sich anfangs nicht so viele Gedanken über die Fächerwahl zu machen sondern mehr auszuprobieren oder unbedingt absolut unvoreingenommen an jedes einzelne Fach heran zu gehen, egal wie ich es in der Schule gehasst habe, und und und! Aber hinterher ist man ja immer schlauer, oder?

Ich bin überzeugt, dass das Fernabi bei weitem nicht für jeden gemacht ist. Persönlich halte ich jede andere Möglichkeit das Abi zu machen für besser, dh ich würde es ohnehin nur Leuten empfehlen die keine andere Möglichkeit haben. Und mit keine andere Möglichkeit meine ich nicht „ich müsste 45 Minuten pro Strecke zur Abendschule fahren“ oder ähnliche Ausreden. Wer glaub das Abi auf der Abendschule nicht durchhalten zu können wegen den Unbequemlichkeiten die damit verbunden sind, der wird im Fernabi scheitern. Haltet das für dämliche Pauschalisierungen meinerseits, aber ich bin fest davon überzeugt. Das Fernabi ist kein einfacher Weg, man lernt nicht „mal eben“ ein Jahr lang ein wenig und geht dann zur Prüfung. Aber diejenigen die sich dadurch quälen wissen das natürlich längst.

Hätte ich bevor ich mich dafür entscheiden habe nur ansatzweise gewusst welche Durchfallquote das Fernabi so im Durchschnitt hat oder wie abhängig man von einem einzigen Tag, von einer einzigen Prüfung sein wird, ich hätte sicher zu viel Angst davor gehabt um überhaupt anzufangen. Aber jetzt darüber zu sinnieren ist irgendwie überflüssig.

Was ich eigentlich sagen möchte: Wenn ihr eine andere Chance habt das Abi zu machen, ergreift sie. Wenn es keine andere gibt ist das Fernabi aber immer noch eine Möglichkeit um ans Ziel zu kommen. Aber verabschiedet euch besser vorher von der Regelstudienzeit und einem (zwingenden) 1ser Abi. Das ist zwar nicht unmöglich aber die Wahrscheinlichkeit… ach, wenn ihr erst mal bei Stochastik angekommen seit könnt ihr das sicher selbst ausrechnen.

Viel Spaß und Erfolg, egal welchen Weg ihr eingeschlagen habt/einschlagen werdet!

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Published in: on 8. September 2013 at 11:04  Comments (7)  

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7 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Auch wenn es sicherlich ein harter Wrg zum Abitur war – und das Ergebnis vielleicht nicht dem entspricht was Du dir vorgestellt hast – Du hast es durchgezogen und geschafft !!

    Im Netz findest man viele verwaiste Abiblog – also sei Stolz auf dich!

    Birgit

  2. Ich hab es auch durchgezogen.. Sei froh, dass Du es gemacht hast, mit allen Höhen und Tiefen. Ich war schlussendlich auf der Heidelberg International Business Academy. Eine tolle Erfahrung. Alles Gute für die Zukunft!

  3. -wegen persönlichen Angriffs gelöscht-

    • Hey Anonym,

      wenn du es schaffst, deine – nicht ganz ungerechtfertigte – Kritik ohne persönliche Beleidigung zu schreiben können wir gerne darüber diskutieren.

      Ansonsten such dir doch bitte einen anderen Platz um deine Frustration loszuwerden.

      LG Jennie

  4. Ich bin mir im Klaren, dass Fernabitur kein Zuckerschlecken ist. Mir ist auch klar, dass viel Disziplin gefragt ist. Jetzt weiss ich um meine Lernschwächen und Stärken und kann meine Unterstützung drum rum bauen. Ich dagegen habe Asperger, mir geht es einfach unwahrscheinlich auf den Keks mit 20 fremden anderen Menschen in einen Raum gesperrt zu sein zum lernen. Das zu ertragen kostest mich soviel Energie die bisher zum Lernen fehlte. Ich hasse jedes Geräusch was die anderen machen, sei es Stiftekratzen oder so…Schwerhörig bin ich auch noch, es kostet einfach Mühe auch noch die Satzfetzen zusammenzubasteln. Mit der FM-Anlage höre ich was der lehrer sagtv aber nicht was die schüler sagen. Das gesamtpaket ist einfach zu anstrengend für mich.

    ich bin wirklich der Typ einsamer Wolf-lerner, wenn ich Fragen hätte könnte man sich ja via chat austauschen oder Skype/ Mail.

    Für Normalos für die zwischenmenschliche Kontakte keine Qual sind, mag das Fernabitur schwer sein.

    Für mich stellt 45 min fahren eine grosse Hürde dar, da ist meine konzentration schon durchs autofahren bzw. im bus die haltstelle nicht zu verpassen aufgebraucht.

    Ich würde es mir ewig vorwerfen es nicht versucht zu haben.
    Zeit zum Gross rumprobieren ist nicht.

    Ich muss mir einfach sagen, auch wenn es nicht klappte, ich habs versucht… Mich treibt einzig und allein das JC, ich hasse diese Tretmühle.
    Es gibt die Idee für Autisten Fernschulen einzurichten mit Betreuung, so wie für deutsche Schüler im Ausland.

    Finde ich gut.

    Mich muss man nicht verstehen.

  5. Achso mit einen 3,5 Abi wäre ich mehr als glücklich. Auf den NC pfeif ich auch. Will dann was ordnendes/verwaltendes Studieren Bibliothek oder sowas. Auf alle fälle was mit Jobchancen was zu meinen Fähigkeiten passt. Jura könnt ich auch, aber mein Denken passt nicht ganz ins juristische Schema. 😉 Hab u.a. deswegen in der VFA-Prüfunge ne 4 kassiert. Kräht heut kein Hahn mehr nach.

  6. Hallo,

    danke für dein Fazit, hat mir sehr weitergeholfen. 🙂

    Liebe Grüße
    Hannah H.


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